Der ultimative Thailand- Tempel- Guide

Okay, wenn man was in Thailand besichtigen kann, dann ja wohl Tempel. Es gibt kleine, große und riesige. Welche aus Holz, Stein und Gold. Ich glaube es braucht zwei Leben, um alle Tempel zu sehen. Aber immer wenn ich durch einen Tempel gehe und die unfassbare Schönheit bestaune (unglaublich, dass diese Dinge aus Menschenhand stammen), frage ich mich, was genau ich da sehe. Also klar, einen goldenen Buddha. Aber warum sitzt der oder steht er? Was bedeuten die Schalen, die einzelnen Gebäude dieser Tempelanlage?

Um diese Fragen zu klären, habe ich recherchiert und folgende Dinge zusammengetragen:

 

Zum grundsätzlichen Aufbau einer Tempelanlage

Der Tempel wird in Thailand „Wat“ genannt. Wats deren Name mit „Rat“, „Racha“, oder „Maha“ beginnen, meist mit der Silbe „Phra“ davor, wurden von Königen finanziert und enthalten sehr besondere Reliquien.

Je nach Entstehungszeit und ort hat der Tempel besondere Gegebenheiten. Meistens ist der Tempel eine Ansammlung von verschiedenen Gebäuden und die gesamte Anlage dann von einer Mauer umgeben. Die Grundstruktur teilt sich aber bei allen Tempeln in zwei Teile: Phuttawat (dem Buddha geweihter Teil) und Sanghawat ( der Wohnbereich der Mönche)

 

 

Chedi

Noch bevor man das Gelände betrifft, sieht man meist schon von weitem die Chedi (oder Pagode). Das ist das meist goldenen, kegelförmige und sehr hohe Gebäude. Es ist nach den vier Himmelsrichtungen ausgelegt und beherbergt meist eine Reliquie (da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: von Haarlocke bis Fußabdruck ist alles dabei) und/oder wichtige Schriften von Buddha. Die Chedi wird Prang genannt, wenn sie im Stil der Khmer oder Ayutthaya gebaut wurde, wie z.B. der Prang des Wat Arun (das Wahrzeichen von Bangkok)

 

 

Bot

Der heiligste Bereich ist der Bot, den nur die Mönche betreten dürfen und wo sie ihre Zeremonien abhalten. Sie muss mindestens Platz für 21 Mönche haben. Das Gebäude zeigt immer nach Osten und die Bai Sema (8 Grenzsteine) markieren den geweihten Bereich. Der Eingang wird meist von Nagas bewacht, halb Schlangen, halb Drachen, die die bösen Geister abwehren sollen.

 

 

Wihan

Der Wihan ist das Gebäude, in dem man die Touristen, Gläubigen und Mönche an einem Ort findet. Von innen ist er meist ähnlich ausgestattet wie der Bot, ein Altar und Buddhafiguren finden sich dort. Hier gibt es nur keine Grenzsteine. Der ursprüngliche Zweck ist die Abhaltung von Zeremonien für Laien. Hier werden auch die Opfergaben dargebracht. Jede Opfergabe hat dabei ihre eigene Bedeutung. Hier die gängigsten:

Kerzen: stehen für Erleuchtung

Weihrauch-Duft: durchdringt wie die Lehren Buddhas das ganze Bewusstsein

Blumen: weisen auf Vergänglichkeit hin

Wasser: soll daran erinnern, dass die Lehre Buddhas einen Nutzen haben soll

Wichtig ist hier, die Etikette zu beachten. Angemessene Kleidung (Schultern und Beine verdecken) und Schuhe ausziehen!

 

Kleiner Exkurs: Wieso muss man die ganze Zeit die Schuhe ausziehen?

Vor allem aus hygienischen Gründen, man soll keinen Dreck von draußen reintragen, da normalerweise immer auf dem Boden gesessen und dort gegessen wird. Es hat natürlich auch noch eine spirituelle Bedeutung. Man sagt, wenn man die Türschwelle (auf die man nie drauftreten sollte), mit Schuhen übertritt, tritt man den Hausgeist und die Gastfreundschaft der Bewohner mit Schuhen. Schuhe ausziehen symbolisiert Vertrauen.

 

 

Salas

Dann findet man noch die Salas, Pavillione in denen die Gläubigen Schatten finden, Platz für Gespräche oder Zeremonien im Freien ist.

 

 

Ho Trai

In der Ho Trai findet sich die Bibliothek. Sie steht meist auf drei Meter hohen Stelzen und ist von einem Teich umgeben, damit so Ameisen und Feuchtigkeit abgehalten werden, die die wertvollen Schriften zerstören könnten.

 

 

Kutis

Kutis sind die Wohnungen der Mönche. Jeder Mönch hat ein eigenes Haus, das größte ist dem Abt vorbehalten. 

 

Hinzu kommen oft noch mehrere verschiedene Gebäude, die den jeweiligen Bestimmungen des Tempels angepasst sind (zum Beispiel Krematorien, Herbergen, Krankenstationen oder Ausnüchterungszellen). Ja richtig gelesen, Ausnüchterungszellen. Das Wat Tham Krabok (140 km von Bangkok entfernt) ist weltweit bekannt für seine erfolgreichen Drogenentzugstherapien.

Ich hoffe, wenn wir morgen den nächsten Tempel besichtigen, das ganze System etwas besser zu verstehen. Danach müssen wir uns mal mit dem Buddhismus an sich auseinander setzten, aber das steht auf einem anderen Blatt.

2 thoughts on “”

  1. Super Artikel und gerade wenn man vor Ort ist sehr spannend 🙂 Jetzt bin ich um einiges weiser und freue mich auf den nächsten Tempelbesuch! 🙂
    Euch erstmal gute Besserung!
    LG, Debby

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