Nachhaltigkeit auf Reisen- Das Interview

Du sitzt am Ozean, hast die Augen geschlossen und lauscht den Wellen. Du genießt diese Moment voller Ruhe und Schönheit. Und als Du die Augen öffnest, siehst Du: Plastikflaschen, sich sanft wiegend im Rhythmus der Wellen. Besser wieder Augen zu! Du gehst durch den Dschungel, überall zirbt es. Und als Du um die nächste Ecke biegst und aufsiehst, siehst Du einen Affen. Er sitzt auf der Erde und trinkt aus einem Strohalm einer Coladose. Du schmunselst, ist doch witzig! Du gehst durch den Hongkonger Zoo, überall spielen Kinder und freuen sich an dem kostenlosen Angebot. Und dann stehst Du vor dem Orang-Utan- Käfig. Und siehst den fettesten Affen, den du jemals gesehen hast. Du bist ein bisschen angeekelt, aber auch gut unterhalten!

Und irgendwann haben wir nicht mehr gelächelt, wir haben das Bild der Plastikberge auch vor verschlossenen Augen gesehen, und waren von uns angeekelt, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. Und mit dem "Klick" in unseren Köpfen, kam die Ratlosigkeit. Was können wir da schon tun? Radikal vegan und zero-plastic? Wie machen andere den Spagat zwischen Leben, Reisen und Umweltbewusstsein?  Also haben wir uns Hilfe gesucht: bei Weltreisenden, Umweltschützern, Weltverbesserern und Realisten. Deswegen haben wir 5 Fragen an 5 tollen Menschen gestellt.  

Aber am Besten stellt Ihr Euch selbst vor:

Gerne, wir sind Micha (37) und Marina (30). Bereits seit sieben Jahren gehen wir gemeinsam durchs Leben und bereisen zusammen die Welt. Ursprünglich wollten wir „nur“ eine Weltreise machen, Menschen, Länder und Kulturen kennen lernen, uns eine Auszeit vom stressigen Berufsalltag gönnen. Vor ungefähr einem Jahr wurde dann die Idee zu Ozeankind geboren - und zwar während DER Reise unseres bisherigen Lebens! Zusammen mit drei anderen, uns zuvor wildfremden Menschen (die zu Freunden wurden), waren wir auf einem Katamaran im indischen Ozean unterwegs und erkundeten die schönsten Ecken der Malediven. Mehrere Stunden täglich im Wasser (was ohnehin, wer hätte es gedacht, genau unser Element ist) Fische beobachten und an verschiedenen und nahezu unberührten Stränden unsere Füße in den Sand setzen. Ohne Internet, ohne Fernsehen - einfach nur der Indische Ozean, seine Bewohner und wir. Diese Tage waren Traum und Albtraum zugleich. Mit Schildkröten schnorcheln, Nemo beobachten, immer wieder Delfine vor unserem Boot, mehrere Tage keine anderen Menschen (außer halt der Crew, den drei anderen Gästen und uns), Müll auf unbewohnten Inseln, einzelne Flip-Flops, Plastikflaschen, Deckel, Feuerzeuge, Strohhalme, Tüten und Dosen - teilweise deutlich erkennbar europäischer Herkunft. Wieder in Deutschland angekommen und einige Stunden Recherche, Filme, Dokus, Diskussionen und Gedanken später ist OZEANKIND geboren. Die Ozeankind-Reise hat im August 2017 begonnen und folgt keiner speziellen Route. Uns zieht es logischerweise immer wieder ans Meer. Denn dort wollen wir unsere Mission hauptsächlich umsetzen und mit anpacken. Wir möchten bei unseren Leserinnen und Lesern ein Bewusstsein für das Müllproblem weltweit schaffen, zum mitmachen animieren und Lösungen aufzeigen, wie jeder Reisende und jeder Mensch in der westlichen Welt seinen Plastikmüllverbrauch drastisch reduzieren kann.

Hallo, ich bin Nini von niniontour.de und mittlerweile seit fast genau 8 Monaten auf Weltreise. Ich bin 35 Jahre alt, habe fast 10 Jahre gearbeitet und dann entschieden alle meine Zelte abzubrechen und auf Reisen zu gehen. Ich war 5 1/2 Monate in Asien und bin jetzt seit 2 1/2 Monaten in Südamerika. Ein festgelegtes Ende habe ich nicht. Irgendwann zwischen in 2 Wochen und 6 Monaten.

Wir sind Janine & Dennis, 24 und 25 Jahre alt, seit 5 Jahren ein Paar. Tagsüber gehen wir unseren 9-5 Jobs nach, nach Feierabend managen wir unser eigenes Modelabel. Neben unserem Herzensprojekt Soulcover ist unsere gemeinsame große Leidenschaft das Reisen. Ab Januar gehen wir auf Weltreise und nehmen unser Modelabel per Laptop mit. Die Reise startet in San Francisco und wir werden als erstes Amerika und Südamerika entdecken, bis jetzt noch ohne Plan.

Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem ein Bewusstsein zum Konsum und Umwelt aufzubauen und bewusst mit unseren Ressourcen umzugehen und dabei das eigene Kaufverhalten zu hinterfragen.

2. Wieso ist Nachhaltigkeit für Dich wichtig? Gab es ein prägendes Ereignis oder war es eher ein Prozess?

Es ist eher ein Prozess, der sich in den letzten Jahren verstärkt entwickelt hat. Im Allgemeinen hat vor allem das Reisen unsere Gedanken rund um Nachhaltigkeit geprägt. Ein ausschlaggebendes Erlebnis bzw. eine ausschlaggebende Zeit gab es dennoch: der bereits angesprochene Urlaub mit dem Katamaran auf den Malediven. Die Malediven sind ein Ort, an dem das Plastikproblem ganz deutlich sichtbar ist und an dem wir schöne und schreckliche Dinge gesehen haben. Diese Momente haben unsere ganz persönliche Welt nachhaltig verändert. Wir alle tragen die volle Verantwortung für unsere Welt und müssen zusammen etwas ändern und bewegen. Vor allem haben wir aber auch eine Verantwortung gegenüber unserer Kinder und allen Menschen, die nach uns auf dieser Erde leben möchten. Wir möchten nicht, dass unsere Enkel oder Urenkel Schildkröten, Haie oder Wale nur bei YouTube anschauen können. Sie sollen mit Ihnen schwimmen, neben Ihnen schnorcheln, sie bewundern können. Lebend. Ohnehin sind wir der Meinung, dass jeder Mensch, der es sich finanziell irgendwie leisten kann, einmal im Leben mindestens eines dieser drei Tiere in seinem natürlichen Lebensraum (das ist übrigens weder SeaWorld, Zoo oder ein Aquarium) sehen sollte. Wir möchten gerne mit dem Menschen sprechen, der danach sagt das sei nicht wunderschön, spannend, aufregend und würde ihn auf irgendeine Art und Weise stressen oder nerven. Zudem möchten wir Menschen uns, wenn wir mal alt sind, nicht vorwerfen lassen dass wir es zwar gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben.

Ich war schon immer der „Öko“ bei uns in der Familie, dachte immer, ich kann die Welt ein bisschen besser machen. Als meine letzte Beziehung zerbrach, fing ich an, mir verstärkt Gedanken zu machen über die Art wie ich mein Leben leben will, jetzt wo ich keine Kompromisse mehr machen muss, und auch über Ernährung. Ich habe früher alles gegessen, auch sehr viel Fleisch. Mein Ex-Freund war Moslem, also gab es fast 4 Jahre kein/kaum Schwein. Warum essen wir also das eine Tier, aber das andere nicht? Schmeckt’s nicht? Nein…Essen ist vor allem antrainiertes, kulturelles Verhalten. Brauche ich also überhaupt Tiere auf meinem Teller? Ich fing an diverse Dokus zu schauen und bin über das Thema Ernährung auch zu den Themen Minimalismus, Down-Sizing, Lebensqualität usw. gekommen.  Als ich angefangen habe für die Weltreise zu recherchieren, habe ich z. B. das erste mal über Ohrenstäbchen, Watterpads und Tampons nachgedacht. All die Sachen, die ich täglich nutze und wegschmeiße und auf Reisen teilweise vielleicht nicht so leicht beschaffen kann. Aber oh Wunder…es gibt Alternativen für alles. Dann habe ich angefangen alles zu verkaufen und mich komischerweise immer freier anstatt leerer gefühlt. Ich war selbst erschrocken über all den Kram und die Tonnen an Klamotten, die ich gar nicht brauche oder haben will. Alles mal angeschafft und vor allem auch bezahlt. Mit einem anderen Lebensstil hätte ich schon viel eher auf Weltreise gehen können. Es war also ein Prozess, der einen Auslöser hatte.

Nachhaltigkeit war uns schon immer wichtig. Als wir uns dazu entschieden haben ein eigenes Label zu gründen, wollten wir unser Nachhaltigkeitsgedanke natürlich auch im Label einbringen. Wir haben uns bei der Planung unserer ersten Kollektion intensiv mit der Nachhaltigkeit in der Modeindustrie auseinandergesetzt. Uns war von Anfang an klar, dass wir ein Zeichen setzten wollen. Wir wollen keine Produkte erschaffen, die schon wieder „out“ sind, wenn man sie kauft, sondern langlebige Produkte mit zeitlosen Designs, die nachhaltig und fair produziert wurden.
Als wir unsere erste Kollektion geplant haben, haben wir uns mit der Thematik Baumwolle auseinandergesetzt. Es war für uns ein erschreckendes Erlebnis wie sehr die Produktion der herkömmlichen Baumwolle die Umwelt und Menschen gefährdet.

3. Was versuchst Du auf Reisen umzusetzen? Gelingt es Dir einfach?

Wir verzichten immer und überall auf Plastiktüten & Plastikstrohhalme. Strohhalme aus Plastik sind ohnehin in unseren Augen wohl das sinnloseste Plastikprodukt auf der ganzen Welt! Und gleich danach kommen die Plastiktüten … Das bedeutet bei jedem Einkauf oder in der Bar/Restaurant den Mund aufmachen und vorab sagen, dass man diese Plastikprodukte nicht haben möchte! Und wenn es in einer Bar oder in einem Café keine Möglichkeit gibt, einen Smoothie oder Kaffee im Glas oder in der Tasse zu trinken, dann gehen wir aus dem Laden halt auch einfach wieder raus - allerdings nicht ohne die Bedienung darauf hinzuweisen dass wir gerne was getrunken hätten, allerdings nicht unter diesen Umständen. Das funktioniert relativ einfach, auch wenn man die verwunderten Blicke hinnehmen muss. Und es macht sogar manchmal Spaß. Getränke in Plastikflaschen versuchen wir auch wo immer es geht zu vermeiden. In Deutschland hat das bestens klappt, in manchen Ländern ist es manchmal ein bisschen schwieriger. Besonders wenn man das Trinkwasser nicht trinken und es auch nicht sicher filtern kann, bleibt manchmal nur die Plastikvariante. Glasflaschen sind in vielen Ländern leider nicht aufzufinden. Aber selbst dann kaufen wir wenn möglich einen großen Kanister statt vieler kleiner Flaschen und füllen es dann in unsere eigenen Flaschen um. An manchen Orten gibt es auch Stationen zum Wiederbefüllen solcher Kanister.

Wir achten beim Einkauf auf lose und frische Produkte. Da wird dann schon abgewogen, ob man ein bestimmtes Produkt braucht/ haben möchte wenn es dreifach in Plastik eingepackt ist und es keine Alternative gibt. Immer wieder haben wir es, wenn keine plastikfreie Alternative gegeben war, einfach liegen gelassen. Dann gab es eben etwas anderes zum Abendessen.

Wenn wir unterwegs sind, haben wir folgende Dinge dabei: Wiederverwendbare Strohhalme, Baumwollbeutel, wiederverwendbares Besteck + Silikonschüsseln und jeweils eine Trinkflasche.

Vegetarisch/vegane Ernährung funktioniert für mich auf Reisen nicht wirklich, zumindest zu einem sehr viel geringeren Prozentsatz als daheim. Essen ist nun mal auch ein bisschen Kultur und versuch mal dem Filipino zu erklären, was vegetarisch ist…da ist doch nur ein Würstchen drin. Und verweigere vor dem Argentinier mal das Nationalgericht „Asado“, da macht man sich keine einheimischen Freunde mit. Meine eigene Überzeugung für das Thema ist hier also noch nicht stark genug.

Ohne Flaschenwasser geht es für mich außerhalb Europas auch nicht, so sehr mein Herz auch jedes Mal schmerzt. Aber ich trage oft Wochen die gleiche Flasche mit mir rum und fülle sie auf, wo ich kann.

Plastiktüten ist ein schwieriges Thema. In Asien packen sie dir die Melone am Straßenrand gern gleich in eine dreifache Tüte. In Geschäften nehme ich kein Plastik an. Auf den Partyinseln bekommt man praktisch fast alles in Plastikbechern in Strandnähe, weil Glas im Sand natürlich auch nicht geil ist.

Seit ich in Südamerika auch wieder selbst koche, versuche ich die Südamerikaner zu erziehen, dass ich mein Obst und Gemüse nicht in Plastik haben will, sie dürfen die Aufkleber gern direkt auf den Apfel kleben. Sie weigern sich meist. Dann doch wenigstens alles in eine Tüte und alle Aufkleber auf eine Tüte. Das funktionierte in Brasilien ganz gut, hier in Argentinien heißt es meist „nicht mehr als 3 Produkte pro Tüte“. Man muss sich eben anpassen. Wir sind hier nicht Europa.

Ob auf Reisen oder Zuhause, wir versuchen darauf zu achten Müll zu vermeiden bevor er überhaupt entsteht und auf Plastik soweit es geht komplett zu verzichten.
Wenn wir in der Natur unterwegs sind, sammeln wir meistens den Müll ein und entsorgen ihn anschließend. Sei es bei einem Spaziergang durch den Wald oder an einem Strandtag. Bei unserer Reiseausstattung achten wir zum Beispiel darauf, dass die Produkte nachhaltig hergestellt und fair gehandelt wurden. Patagonia oder Vaude haben hierfür gute Produkte. Es ist nicht immer einfach nachhaltig zu reisen, das stimmt. Beispielsweise sollten wir dann auch auf Flüge komplett verzichten, was aber zu extremen zeitlichen Einbußen führt.

4. Hat sich Deine Einstellung zur Nachhaltigkeit durchs Reisen verändert?

Ja total. Reisen ist die beste Schule um sich ein echtes Bild der Welt machen zu können. Man sieht die Probleme vor Ort mit eigenen Augen und realisiert, dass man selbst & gerade auf Reisen einen Unterschied machen kann.

Alleine die Auswahl des Hotels, der Restaurants, der tägliche Einkauf und der Konsum bestimmter Produkte.

Meine Haltung zur Nachhaltigkeit hat sich durch das Reisen definitiv noch mal verstärkt. Jede Tüte und jede Plastikflasche, die ich in den letzten 8 Monaten hinterlassen habe, tut mir im Herzen weh. Meine Mitreisenden lachen schon, wenn ich im Supermarkt mal wieder in gebrochenem Spanisch mit der Dame an der Waage diskutiere, dass ich nicht jeden Apfel einzeln verpackt haben will (meist wiegt man hier nicht selbst).

Auf Koh Lanta, in Thailand war ich an einem Strand, an dem ich vor 2 Jahren schon mal war…nur war dieses Mal Nebensaison und der Strand nicht gesäubert. Der Anblick ist einfach nur traurig. Tonnen von Plastik im Sand.

Auf Koh Phi Phi bin ich nachts mal zu meinem Hostel zurückgelaufen und musste am Hafen vorbei. Da war ein großes altes Schiff und aus allen Richtungen kamen die Leute mit Schubkarren voller Müllsäcke an, die auf das Schiff geladen wurden. Am nächsten Abend das gleiche wieder. Klar, so eine Partyinsel produziert jede Menge Müll. Aber wo schippern sie den hin??? Zur nächsten unbewohnten Insel? Wird alles weit draußen im Meer versenkt? Man will es gar nicht wissen. 🙁

Ja! Wer einmal durch Südostasien gereist ist und deren „Müllverwertungssystem“ genauer angeschaut hat, der kann gar nicht anders als sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. Der beißende Geruch am Abend vom verbrannten Plastik bleibt im Kopf. In Indonesien sahen wir tonnenweise Müllberge, die so groß wurden, dass der Müll in den Gewässern, Flüssen und schlussendlich im Meer landete.
Ich (Janine) tauche sehr gerne. Ich bin jedes Mal aufs Neue am Verzweifeln, wenn ich in Riffen Bierflaschen, Plastiktüten, Strohhalme oder sonstigen Müll auffinde. Ein Ereignis von letztem Jahr bleibt mir bis heute im Kopf. In Thailand an einem Tauchspot in der Nähe von Koh Tao mussten wir letztes Jahr eine Schildkröte befreien, die sich in Plastikmüll verfangen hatte. Solche Ereignisse bleiben im Kopf und sind mit Grund dafür warum wir uns für Nachhaltigkeit einsetzten. Wir haben zuletzt zum Beispiel auch eine Postkarte entworfen, die auf die Verschmutzung der Strände aufmerksam machen soll.

5. Was nimmst Du mit nach Hause? Kannst/Willst Du was zu Hause umsetzen?

Im Moment wissen wir nicht wann wir wieder nach Hause kommen werden.

Wir möchten mit ozeankind ein ortsunabhängiges Unternehmen aufbauen, das zum einem jedem Menschen die Möglichkeiten aufzeigt, auf möglichst viel Plastik zu verzichten und aus unserer ganz naiven Sicht zu erklären, weshalb das alles so wichtig ist. Zum Anderen möchten wir vor allem allen Urlaubern und Reisenden Produkte anbieten und Möglichkeiten aufzeigen, um gerade unterwegs auf möglichst viel Plastik zu verzichten. Deshalb gibt es beispielsweise schon zu diesem frühen Zeitpunkt einen Ozeankind-Onlineshop.

Und dann möchten wir die Welt noch weiter kennen lernen, mit Menschen sprechen, von ihnen lernen und vor allem möchten wir an verschiedenen Orten der Welt mit anpacken und unseren kleinen oder großen Beitrag leisten - und wir möchten aus vielen Menschen Ozeankinder machen und sie dazu motivieren, deutlich mehr für die Natur zu tun als bisher. Wenn alles halbwegs so läuft wie wir uns das wünschen, dann müssen wir nie wieder arbeiten. Denn für uns ist Müll sammeln, uns um den Ozean und all die faszinierenden Tiere zu kümmern, Menschen kennen lernen, Menschen motivieren, den einen oder anderen Menschen aus seiner Komfortzone herauszuholen und vor allem selbst DINGE zu Lernen, keine Arbeit. Und wer das tut was er liebt, muss halt nie wieder arbeiten.

Aber jetzt müssen wir aufhören, Eure Fragen zu beantworten, denn wir müssen nun erstmal weiter sammeln. Denn wir sammeln seit knapp drei Monaten erstmal den Verpackungsmüll wieder ein, den wir in unseren 67 Lebensjahren vorher in Deutschland so produziert haben - das sind etwa 14 Tonnen. Und dann schauen wir weiter … mehr als ein Jahr haben wir schon aufgeholt.

Umsetzen, kann ich von der Reise zu Hause nichts, denn wo ich bisher war, wurde Umweltschutz nicht groß geschrieben. Einzig auf Bali, bekämpft man die Plastikflut mittlerweile, mit vielen recycelten Produkten, Wasserauffüllstationen und veganem Essen. Manche Hostel haben einen Trinkwasserhahn neben dem normalen Wasserhahn, wo ich dann meine Flasche auffüllen kann.

Für mich ist klar, dass ich zu Hause auf dem richtigen Weg war und das nach Ende der Reise auch noch konsequenter umsetzen will. Denn, wenn ich überhaupt etwas mitnehme, dann die Dankbarkeit, dass wir in Europa alle Möglichkeiten haben UNSER Leben zu gestalten. Wir haben sauberes Wasser, wir haben Zugriff auf alle Arten von Lebensmitteln, wir haben den Luxus in hippen Unverpackt-Läden einkaufen zu gehen…wir können uns den Luxus „Umweltschutz“ einfach leisten, also sollten wir das auch machen…so gut es eben geht, denn auch hier wissen wir ja, wo unser europäischer Elektroschrott landet, nämlich auf einem anderen Kontinent. Ja, das ist Luxus.

Im Alltag versuchen wir den Müll zu vermeiden so gut es geht und auf plastikfreie Lösungen zurückzugreifen. Wir fahren zum Beispiel zum Bauern und holen dort Gemüse und Früchte ohne Plastikbeutel oder kaufen auf dem Wochenmarkt ein oder versuchen gerade auf Natron Shampoo, Deo und Zahnpaste umzusteigen, so können wir nochmal Verpackungsmüll sparen. Mal sehen wie wir damit klar kommen. Wo wir unseren größten Einfluss haben ist allerdings unser Label. Wir machen Kleidung für Weltenbummler, die es lieben unsere wunderschöne Erde zu bereisen. Damit die Erde, wie wir sie heute kennen, auch noch in den nächsten Jahren erhalten bleibt, setzten wir uns für Nachhaltigkeit ein.

Das heißt für uns, dass wir beispielsweise versuchen Müll zu verhindern bevor er überhaupt entsteht = Precycling. Große Versandhäuser verpacken ihre Kleidung gerne in mehreren verschiedenen Plastikhüllen, wodurch eine Menge unnötiger Müll entsteht. Darauf verzichten wir komplett und packen die Shirts in recyceltes Seidenpapier. Plastiktüten sind bei uns absolutes Tabu.

Darüber hinaus ist ein Großteil unserer Produkte aus Bio-Baumwolle. Bei der Herstellung von Bio-Baumwolle werden keine hochgiftigen Düngemittel verwendet, die der Umwelt und den Menschen enorm schaden. Darüber hinaus wird dadurch fruchtbarer Boden gesichert und die Umwelt für Insekten und Vögel und andere Tiere bleibt erhalten. Die Produktion von Bio-Baumwolle macht momentan leider nur 1% der weltweiten Baumwolle Produktion aus. Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch mehr Leute mit unserer umweltfreundlichen Mode erreichen können.

Neben dem, was wir machen können, unterstützen wir auch noch ein nachhaltiges Projekt. Mit jeder Bestellung, die eingeht, spenden wir 5% an Plant-for-the-Planet. Ein Projekt, das 2007 von einem Schüler gegründet wurde. Diese Organisation hat es sich zum Ziel gemacht bis 2020 1 Mrd. Bäume weltweit zu pflanzen. Warum Bäume pflanzen? Bäume sind extrem günstig und kinderleicht vermehrbar. Baumpflanzen zählt zu den einfachsten Methoden, um Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre zu binden und so der globalen Erwärmung entgegen zu wirken. Bäume sind die Lungen der Erde, filtern unsere Luft und sind Lebensraum für Tiere.

Für uns haben diese Ziele perfekt mit unserem Nachhaltigkeitsgedanken zusammengepasst.

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